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Wie soll das durchzusetzen sein? 

Ein Beitrag von Gisbert Fischer 

Zurzeit stehen in der ARK 18 Anträge zur Abstimmung, die je nach antragstellender Seite (Dienstnehmer /Dienstgeber) eine Erhöhung oder die Absenkung der Entgelte  zur Folge haben. Aber anders als bei Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst, ist bei Kirche & Diakonie zur Durchsetzung der Anträge ein Verfahren vorgegeben, dass mit einer „Zwangsschlichtung“ endet. (Der Dritte Weg)  

Nach zweimaliger ergebnisloser Abstimmung, entscheidet die Schlichtungskommission. Letztendlich mit der Stimme des Vorsitzenden. Da zudem ein Arbeitskampf (Streik) auf dem 3.Weg ausgeschlossen ist, hat die Dienstnehmerseite bei Verhandlungen keine wirksamen Mittel, ihre Forderungen durchzusetzen.

Vereinfacht,- David muss  ohne Schleuder gegen Goliath antreten.

Deshalb müssen wir immer wieder erleben, dass Entgeltrunden bei der Diakonie auf den Kopf gestellt werden. Statt mit den Dienstnehmern ernsthaft über Lohnzuwachs und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen zu verhandeln, beantragen die Dienstgeber eine Reduzierung der Entgelte, sowie den Abbau der sozialen Rahmenbedingungen und setzen dabei auf eine „richtige“ Entscheidung des Vorsitzenden der Schlichtungskommission. Natürlich darf dabei der seit Jahren wiederholte Hinweis auf die „gefährdeten“ Arbeitsplätze in der Diakonie nicht fehlen.

Für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen in der Diakonie bleibt nur der Trost, dass sich der Arbeitsmarkt insbesondere für Pflegekräfte verändert. Mit einem AVR-Billigtarif nach Vorstellung der Diakonischen Dienstgeber, wird die Diakonie in Zukunft keine qualifizierten Arbeitskräfte gewinnen und halten können.

…eine Zusammenfassung der Forderungen/Anträge der Dienstnehmer und Dienstgeber findet ihr hier zum Download: Anträge ARK_AVR 2016-1.pdf
…eine ausführliche Bewertung der DG-Antröge durch die Buko findet ihr hier: 
Bewertung_Anträge_AG Buko.pdf
…mehr zum Thema: Entgeltverhandlung 2016