Heinrich Bedford-Strohm

Wir verstehen das nicht - Wie verträgt sich das dem aktuell drohenden Lohnabbau bei der Diakonie Deutschland?

Schon 2015 erklärte der Ratsvorsitzende der EKD vor Mitarbeitervertretern und Betriebsräten, dass es wichtig sei eine Refinanzierung der Pflege hinzubekommen, die gerechteren Lohn für Fachkräfte ermögliche. "Wir ziehen da an einem Strang" und er plädierte dafür, dass Kirchen und Gewerkschaften gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege eintreten. (Die Refinanzierung in der Pflege ist inzwischen mit dem Ersten Pflegestärkungsgesetz abgesichert)

Zum 1. Mai 2016 konnten wir von Heinrich Bedford-Strohm vernehmen, dass der Mensch eine Würde habe, die »nie dem Geld und dem Gewinn geopfert werden darf« Und weiter ein Loblied auf die Gewerkschaften, bei dem sogar die Betriebsräte gut wegkommen. Als Mitarbeitervertreter bei Kirche & Diakonie kann man sich dazu nur noch verwundert fragen, ob der höchste Repräsentant unserer Kirche schon mal etwas vom 3.Weg gehört hat. Mit Hilfe dieser Sonderregelungen „seiner“ Kirche beabsichtigen zurzeit „seine“ Diakonischen Dienstgeber einen ungeheuren Lohnabbau um bis zu 20%. Einfach so,- ohne jede Not, denn die Refinanzierung ist ja gesichert. Offensichtlich hat der Ratsvorsitzende der EKD, bei der letzten Mai-Festrede ausgeblendet, dass die Würde „seiner“ Mitarbeitenden ganz aktuell „dem Geld und dem Gewinn geopfert“ werden soll. …oder haben wir da etwas falsch verstanden?