ls18PlakatMitbestimmung sollte vor allem bei Kirche & Diakonie kein Problem sein,- verpflichtet doch das MVG, Mitarbeitende und Dienstellenleitung zur vertrauensvollen Zusammenarbeit. Aber die Realität vor Ort ist leider nur zu oft eine ganz andere. MAVen klagen über mangelhafte bis fehlende Information, „vergessene“ oder bewusst unterlassene Beteiligung,- bis hin zur totalen Ignoranz der Mitbestimmungsrechte. Zudem nimmt die Unsitte zu, selbst den gegenwärtigen Freistellungsanspruch aus „wirtschaftlichen“ Gründen in Frage stellen. Möglich macht das ein Mitarbeitervertretungsgesetz, das weder die Rechtsstellung noch die Mitbestimmungsrechte der MAV ausreichend schützt und bei  Verstoß gegen diese Rechte, keine wirksame Sanktion gegen ignorante „Dienstherren“ bei Kirche & Diakonie vorsieht. Das muss sich ändern! …wer Loyalität zu evangelischen Werten einfordert, darf das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen nicht weiter dazu missbrauchten um die Mitbestimmungsrechte einzuschränken.

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Flyer und Flugblätter zum Thema  findet ihr hier.

mitgemacht„Marsch der Solidariät“ für mehr Personal in der Altenpflege in Viersen

Gut 50 Beschäftigte aus einem Seniorenheim der Diakonie in Viersen, haben mit einem »Marsch der Solidarität« auf den Pflegenotstand in der Altenhilfe aufmerksam gemacht. »Das war ein guter Anfang«, sagt Björn Rudakowski, Mitglied im Gesamtausschuss der EKiR und Sprecher der Regio-MAV Krefeld-Viersen. Ziel sei auch gewesen, Beschäftigte und Interessenvertretungen verschiedener Einrichtungen miteinander zu vernetzen. Denn unabhängig von der Trägerschaft seien alle Pflegeheime personell dramatisch unterbesetzt. »Hier sollten Kirchen, Gewerkschaften und viele andere an einem Strang ziehen.« fordert Björn Rudakowski, der seit 26 Jahren als Krankenpfleger in einem Seniorenheim der Diakonie arbeitet.

Ohne Kandidaten – keine Mitarbeitervertretung

Ohne MAV – keine Mitbestimmung. Wer also nicht vor einer mitbestimmungslosen Zeit stehen möchte, sollte frühzeitig für die Teilnahme an der MAV-Wahl werben. Nur mit einer großen Anzahl an Kandidaten für die MAV, kann sichergestellt werden, dass die künftige MAV auch für eine volle Amtszeit Bestand hat. Dazu werden ausreichend viele Ersatzmitglieder benötigt. Ebenso wichtig ist es eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen. Jede abgegebene Stimme unterstützt die künftige MAV und motiviert die Mitglieder bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Deshalb solltet ihr frühzeitig für die Teilnahme an der MAV-Wahl werben. 
Werbemittel und Arbeitshilfen für eure MAV-Wahl findet ihr hier.

streikendeDie Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) an der Saar hat dazu aufgerufen sich an der ver.di-Demonstration für mehr Pflegepersonal sowie gerechte und  faire Arbeitsbedingungen zu beteiligen. Dem Aufruf sind die Beschäftigten im Marienhaus Klinikum Ottweiler gefolgt und haben am 11. Oktober für mehr Personal in der Pflege gestreikt. Das mutige Verhalten der Kolleginnen und Kollegen von der Marienhausklink verdient unseren Respekt und sollte auch in evangelischen Einrichtungen Mut zum aktiven Protest gegen Pflegenotstand und Überlastung machen.

…mehr dazu findet ihr unter  http://kirchenappell-pflege.de

Einschätzung von Rechtsanwalt Baumann-Czichon zum Warnstreik in einer kirchlichen Einrichtung

Anlässlich des Warnstreiks in der Katholischen Marienhausklink Ottweiler, wurde von Arbeitgeberseite und auch in Berichterstattungen auf das sogenannte Streikverbot in kirchlichen Einrichtungen hingewiesen. Bernhard Baumann-Czichon versichert, dass das grundgesetzlich garantierte Streikrecht auch in kirchlichen Einrichtungen Bestand hat und erklärt, wie das BAG-Urteil zum Streikrecht zu verstehen ist.

…zum Download

Urteil des BAG (23.03.2017, AZ: 6 AZR 161/16)

Bisher wurde Teilzeitbeschäftigten ein Überstundenzuschlag nur dann zugestanden, wenn über die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit eines Vollbeschäftigten hinaus gearbeitet wurde. Das Bundesarbeitsgericht hat nun entschieden, dass Teilzeitbeschäftigte bei sogen. ungeplanten Überstunden, die über die tägliche Arbeitszeit hinaus abweichend vom Schichtplan angeordnet werden, auch dann Anspruch auf Überstundenzuschlag haben, wenn die regelmäßige Arbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten nicht überschritten wird. In der Begründung führt das BAG aus, dass Teilzeitbeschäftigten generell bereits bei Überschreitung der vereinbarten wöchentlichen Arbeitszeit Überstundenzuschlag zusteht, wenn diese Arbeitsstunden nicht nach den tariflichen Regeln ausgeglichen werden.

Mehr dazu: Musteranträge Überstundenzuschläge  Überstundenzuschläge für Teilzeitbeschäftigte Überstunden Teilzeit

KGH.EKD, Beschluss v. 05.12.2016, II-0124/28-2016

Die Mitarbeitervertretung hat Anspruch auf Aushändigung einer Liste mit allen in der Dienststelle gezahlten Bruttovergütungen. Die Bruttolohnlisten, sind im Sinne von § 34 Abs. 3 Satz 1 MVG-EKD, zur Durchführung der Aufgaben der MAV erforderlich.  Arbeitsrechtliche Bestimmungen und Vereinbarungen im Sinne von § 35 Abs. 3 Buchstabe b) MVG-EKD sind auch die jeweils zur Anwendung kommenden Vergütungsordnungen oder Tarifverträge. Ob eine Entgeltordnung "eingehalten" wird, kann nur anhand eines Abgleichs der geschuldeten mit den tatsächlich erfolgten Zahlungen an die Mitarbeiter/-innen festgestellt werden, dies setzt die Aushändigung der Bruttolohnliste voraus. 

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sonderrechtever.di fordert gleiche Standards wie im öffentlichen Dienst und Schutz durch Tarifverträge

Krankenhäuser, Kindertagesstätten, Alten-, Behinderten- und Jugendhilfeeinrichtungen sind häufig kirchliche Betriebe. Obwohl diese Einrichtungen öffentlich – also aus Steuern und Mitteln der Sozialversicherungen – finanziert werden, gelten dort durch »Kirchenrecht« gesetzte Regeln, die das allgemein geltende bundesdeutsche Arbeitsrecht außer Kraft setzen. Ein Sonderstatus, der sich negativ auf die Beschäftigungsverhältnisse von Rund 1.3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auswirkt. Denn Tarifverträge zählen hier nicht. ver.di will das ändern und fordert eine bessere betriebliche Mitbestimmung, gleiche Standards wie im öffentlichen Dienst und Schutz durch Tarifverträge.

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…die Broschüre KirchenInfo-Spezial „Abschalten: jetzt !“ findet ihr hier.

Gegenüberstellung und Bewertung zum Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)

Das Grundgesetz räumt den Kirchen in Art. 140 das Recht ein, ihre inneren Angelegenheiten selbst zu regeln. Dazu gehört nicht nur das Recht, selbst zu bestimmen, welcher Pfarrer welche religiöse Lehre predigt, sondern auch  eigene, durch »Kirchenrecht« gesetzte Regeln, die das allgemein geltende bundesdeutsche Arbeitsrecht außer Kraft setzen. In der Broschüre „Kirchliche Mitbestimmung im Vergleich“ wird das das staatliche Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) dem evangelischen MVG.EKD und der katholischen MAVO gegenübergestellt und anhand praxisrelevanter Aspekte eine Bewertung vorgenommen.

…die Broschüre findet ihr hier

…mehr dazu findet ihr hier

die Umsetzung ist der unternehmerischen Entscheidung vorbehalten

In einer Auskunft an den Arbeitskreis Ev. Trägerverbünde Rheinland im DW- RWL zur Eingruppierung von ständig stellvertretenden Leitungen in Kitas, stellt die Rechtabteilung des DW-RWL fest, dass die Vorgaben des BAT-KF keine normative Wirkung, sondern „mehr deklaratorische Bedeutung“ haben. Ob und in welchem Umfang die Einrichtungen vor Ort solchen Rechtsauskünften folgen, bleibt abzuwarten. Denn unabhängig von einer Würdigung in der Sache, steht diese Auskunft in krassem Gegensatz zum Arbeitsrechtsregelungsgesetz (ARRG) der EKiR. Da heißt es, dass die von der ARK-RWL beschlossenen Arbeitsrechtsregelungen verbindlich sind und normativ wirken. Es stellt sich die Frage, ob der BAT-KF weiterhin uneingeschränkt zur Anwendung kommt oder künftig nur noch als Richtlinie zum „Wünsch Dir Was“ anzusehen ist. Den Mitarbeitervertretungen ist jedenfalls erhöhte Wachsamkeit empfohlen.
Das Schreiben findet Ihr hier zum Download.

fischervon Gisbert Fischer
Seit „ewigen Zeiten“ betont die Diakonie die Verbindlichkeit ihrer, auf der Grundlage der Kirchlichen Arbeitsrechtsetzung zustande gekommenen „Tarife“. Nicht zu letzt unter dieser Voraussetzung hat das BAG im Rechtsstreit um das Streikrecht, die Kirchlichen Sonderregelungen bestätigt. Jetzt verneint die Diakonie-RWL, die normative Wirkung der Beschlüsse "Ihrer" ARK und wertet sie nur noch als Empfehlung, die je nach anfallenden Kosten beliebig anzuwenden sind. Es überrascht, wie selbstverständlich die Diakonie ihre öffentlich dargestellte soziale Haltung und Rechtsauffassung, intern dem Gewinn und Erhalt von Wettbewerbsvorteilen anpasst und dabei selbst ihre eigenen Kirchengesetze außer Acht lässt.
Doch eigentlich sollte das Niemanden verwundern. Schließlich ermöglicht der Dritte Weg es den kirchlich/diakonischen Arbeitgebern, durch eigene Regeln vor Arbeitskampf geschützt, eigenes Arbeitsrecht nach Belieben durchzusetzen. Aber im Zusammenhang mit der Absicht der Diakonie-EKD die AVR-Entgelte abzubauen, mit der Bezeichnung von MAVen als „nützliche Idioten“ durch den Präsidenten der Diakonie, Ulrich Lilie, erhält der Umgang mit den Beschäftigten in der Diakonie eine neue negative Qualität.

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klaus eberl"Es gibt Bereiche, wo wir noch Verbesserungsbedarf haben."

Fünf Jahre nach der Verabschiedung von Richtlinien für das kirchliche Arbeitsrecht durch die Synode der EKD haben am Rande der EKD-Synodentagung 2016, EKD-Repräsentanten, Mitarbeitervertreter und ver.di eine kritische Zwischenbilanz gezogen.

"Es gibt Bereiche, wo wir noch Verbesserungsbedarf haben." sagte der Vizepräses der EKD-Synode, Klaus Eberl im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Eberl forderte, Tariftreue müsse für die Kirche ein Standard sein. "Es gibt noch schwarze Schafe". Er zeigte Verständnis insbesondere für Klagen ostdeutscher Beschäftigter: "Es gibt Fälle, bei denen die Entgelte nicht ausreichen, um ein ordentliches Leben zu führen."

…mehr dazu könnt ihr der epd-Meldung entnehmen.

Die von der EKD-Synode 2011 geforderte solidarische Ausgestaltung des kirchlichen Arbeitsrechts ist bis heute nicht umgesetzt worden.

MAV-Vertreter aus der Diakonie und Mitglieder der ver.di Bundesfachkommission Kirche, diskutierten am Rande der EKD-Synodentagung 2016, mit-Repräsentanten der EKD und Diakonie. EKD-Vizepräses Klaus Eberl erklärte, das Gespräch mit den rund 100 Mitarbeitervertretern sei konstruktiv verlaufen.

Sylvia Bühler (ver.di) hatte erklärt, wesentliche Punkte zur solidarischen Ausgestaltung des kirchlichen Arbeitsrechts seien bis heute nicht umgesetzt worden, etwa ein von der EKD-Synode 2011 geforderter verbindlicher Leittarif und ein bundesweiter Rahmen mit gemeinsamen Regelungen. Die Vielzahl von arbeitsrechtlichen Kommissionen in Kirche und Diakonie belege die Zersplitterung des Tarifrechts.

…mehr dazu   ... und noch mehr dazu       

KGH-EKD, Beschluss vom 30.05.2016, I-0124/41-2016

Welche MAV kennt das nicht: sie stimmt einem Dienstplan nicht zu. Der Arbeitgeber beantragt beim Kirchengericht die Zustimmung zu diesem Dienstplan zu ersetzen. Doch bevor das Kirchengericht überhaupt zur Verhandlung geladen hat, ist die Dienstplanperiode abgelaufen. Diesem Defizit begegnet der Kirchengerichtshof mit seiner Entscheidung: „Kommt eine Einigung über einen Dienstplan nicht rechtzeitig zustande, muss die Dienststellenleitung beim Kirchengericht nicht nur den Antrag nach § 38 Abs. 4 MVG-EKD stellen, sondern zugleich im Wege der einstweiligen Verfügung beantragen, der Mitarbeitervertretung die Duldung der Durchführung eines Dienstplans aufzugeben.“
Das Urteil, erklärt mit einer Anmerkung von Bernhard Baumann-Czichon, findet ihr hier.

fischer

Wie soll das durchzusetzen sein? 

Ein Beitrag von Gisbert Fischer 

Zurzeit stehen in der ARK 18 Anträge zur Abstimmung, die je nach antragstellender Seite (Dienstnehmer /Dienstgeber) eine Erhöhung oder die Absenkung der Entgelte  zur Folge haben. Aber anders als bei Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst, ist bei Kirche & Diakonie zur Durchsetzung der Anträge ein Verfahren vorgegeben, dass mit einer „Zwangsschlichtung“ endet. (Der Dritte Weg)  

Nach zweimaliger ergebnisloser Abstimmung, entscheidet die Schlichtungskommission. Letztendlich mit der Stimme des Vorsitzenden. Da zudem ein Arbeitskampf (Streik) auf dem 3.Weg ausgeschlossen ist, hat die Dienstnehmerseite bei Verhandlungen keine wirksamen Mittel, ihre Forderungen durchzusetzen.

Vereinfacht,- David muss  ohne Schleuder gegen Goliath antreten.

Deshalb müssen wir immer wieder erleben, dass Entgeltrunden bei der Diakonie auf den Kopf gestellt werden. Statt mit den Dienstnehmern ernsthaft über Lohnzuwachs und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen zu verhandeln, beantragen die Dienstgeber eine Reduzierung der Entgelte, sowie den Abbau der sozialen Rahmenbedingungen und setzen dabei auf eine „richtige“ Entscheidung des Vorsitzenden der Schlichtungskommission. Natürlich darf dabei der seit Jahren wiederholte Hinweis auf die „gefährdeten“ Arbeitsplätze in der Diakonie nicht fehlen.

Für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen in der Diakonie bleibt nur der Trost, dass sich der Arbeitsmarkt insbesondere für Pflegekräfte verändert. Mit einem AVR-Billigtarif nach Vorstellung der Diakonischen Dienstgeber, wird die Diakonie in Zukunft keine qualifizierten Arbeitskräfte gewinnen und halten können.

…eine Zusammenfassung der Forderungen/Anträge der Dienstnehmer und Dienstgeber findet ihr hier zum Download: Anträge ARK_AVR 2016-1.pdf
…eine ausführliche Bewertung der DG-Antröge durch die Buko findet ihr hier: 
Bewertung_Anträge_AG Buko.pdf
…mehr zum Thema: Entgeltverhandlung 2016

Landessynode 2016

Änderung des Ausführungsgesetz zum Mitarbeitervertretungsgesetz (AG.MVG-EKD )

Die MAV hat künftig auch bei der Einstellung, Eingruppierungen und Kündigungen von Leitenden Angestellten ein eingeschränktes Mitbestimmungsrecht.

Bei der Übernahme des EKD-Gesetzes im vergangenen Jahr hatte die rheinische Kirche dazu noch eine Ausnahmeregelung getroffen und In § 6 AG.MVG-EKD geregelt, dass eine Beteiligung der MAV in Personalangelegenheiten über den in § 44 MVG-EKD genannten Personenkreis hinaus, bei leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht stattfindet, wenn sie nach Dienststellung und Dienstvertrag im Wesentlichen eigenverantwortliche Aufgaben wahrnehmen.

Mit Beschluss der Landessynode 2016 ist der § 6 AG.MVG-EKD  ab 16 Januar 2016 aufgehoben.

icon …mehr dazu könnt ihr der Beschlussvorlage entnehmen: DS 22 - Ausfuehrungsgesetz zum MVG EKD.pdf

Rundschreiben der Diakonie RWL e.V. haben keine Rechtswirksamkeit.

Rechtswirksam sind alleine die im kirchlichen Amtsblatt veröffentlichten Entscheidungen. Ein Verweis auf das Rundschreiben AR-Nr 8/2015 für die Regelungen zur Freistellung hat keine Rechtskraft. Mit der Übernahme des MVG EKD durch die Landessynode 2015 sind auch für die Einrichtungen der Diakonie im Rheinland, allein die dort festgelegten Regelungen bindend.

Sollte also, auf Grund des davon abweichenden Beschlusses des Diakonischen Rates, bereits eine MAV in Ihren Rechten eingeschränkt worden sein, wäre das Kirchengericht anzurufen. Der Gesamtausschuss wird dabei den betroffenen MAVen beratend und mit seinen Möglichkeiten helfend zur Seite stehen.

streikverbot2Das Bundesverfassungsgericht hat die Beschwerde verworfen, da ver.di vor dem BAG obsiegt hatte und aus Sicht der Verfassungsrichter nur der entsprechende Tenor der BAG-Entscheidung maßgeblich ist, nicht aber die Begründung. Die von ver.di eingelegte Verfassungsbeschwerde (2 BvR 2292/13) richtete sich gegen die Gründe eines Urteils des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zum „Dritten Weg“, also zum Streikverbot des kirchlichen Arbeitsrechts. Vor dem BAG hatte ver.di gewonnen, sah aber ihr Grundrecht auf Streik durch die Urteilsgründe verweigert und wandte sich deshalb an das Bundesverfassungsgericht. Im Ursprungsverfahren hatten mehrere kirchliche Einrichtungen gegen einen Streikaufruf von ver.di im Jahre 2009 geklagt.

streikrechtVer.di bedauert die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Verfassungsbeschwerde zum kirchlichen Arbeitsrecht, sieht aber keine negativen Auswirkungen auf das gewerkschaftliche Streikrecht in kirchlichen Einrichtungen.

Die Entscheidungsgründe des Bundesverfassungsgerichts würden noch eingehend juristisch geprüft. Es werde aber bereits deutlich, dass damit keine Einschränkungen für Arbeitskämpfe verbunden seien. "Es ist weiterhin möglich, bei Tarifauseinandersetzungen in kirchlichen Einrichtungen als letztes Mittel zum Streik aufzurufen", betonte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler  icon  …mehr dazu: Information zur Verfassungsbeschwerde Streikrecht

Kommentar zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von Prof. Dr. theol. Gerhard Wegner, Hannover in der ZMV

Viel einfacher hat der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) über die Verfassungsbeschwerde von ver.di gegen das Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 2012 zum Dritten Weg die Welt auch nicht gerade gemacht. Bestenfalls kann man sagen: Es bleibt alles wie gehabt. Denn auf der einen Seite werden die Beschwerden von ver.di zurückgewiesen: Das Streikrecht der Gewerkschaft sei durch das BAG-Urteil in keiner Weise in Abrede gestellt (Rn. 79). Das bedeutet ganz einfach: Ver.di kann also durchaus auch in Zukunft in Kirche und Diakonie streiken.

Weiterlesen: ZMV Wegner Streikrecht

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